Ep.86_Die größte Kirche der Welt. Haben wir vergessen, wer wir sind?
Shownotes
Sehen wir ihn noch? Den Faden, der die Weltkirche zusammenhält?
Ein Bischof aus Lyon. 2. Jahrhundert nach Christus. Keine Institution, kein Apparat – nur ein seidener Faden. Der sich als Schnur entpuppt hat. Dann als Seil.
In dieser Folge frage ich:
- Was hält eine Kirche zusammen, die 2000 Jahre, zwei Weltkriege, Schismen, Skandale und Reformationen überlebt hat?
- Und was hat ein Bischof aus dem 2. Jahrhundert damit zu tun, dass heute in Lagos, Manila, São Paulo und Wien dieselbe Wandlung gefeiert wird?
Irenäus von Lyon. Apostolische Sukzession. Weltkirche. Und ein Apostolisches Schreiben von Papst Leo XIV.
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Transkript anzeigen
00:00:04: Sehen wir ihn noch?
00:00:06: Den Faden, den Faden der vor über zweitausend Jahren aus einer einzigen Linie geboren wurde.
00:00:17: Ein Bischof aus Lyon.
00:00:19: Zweites Jahrhundert nach Christus – kein Gebäude, kein Apparat, kein Netz!
00:00:26: Nur Gemeinden verstreut über ein Imperium und überall Stimmen die sagen Wir haben die Wahrheit.
00:00:33: Wir kennen das Geheimnis nur wir.
00:00:39: Alles hing an einem seidenen Faden.
00:00:42: Ein Faden, der so fragil, zart und zerbrechlich war, der oft verknotet und verstrickt war das kaum noch Bewegung möglich war.
00:00:54: ein einzelner Seidener Faden Der sich aber als Schnur und dann als Seil entpuppt hat.
00:01:04: Zweitausend Jahre später frage ich mich die Welt ordnet sich neu Die Weltkirche ist im Umbruch.
00:01:12: sehen wir den Faden?
00:01:18: Und genau darum geht es in dieser Folge.
00:01:52: Ja, ich glaube wir unterschätzen manchmal wie wackelig eigentlich die ganze Geschichte des Christentums war.
00:01:59: Die ersten Christen hatten ja keine Bibel wie wir im heutigen Sinn – auch kein Kattichismus oder ein einheitliches Glaubensbekenntnis!
00:02:08: Was sie hatten waren Gemeinden komplett verstreut über das gesamte römische Reich.
00:02:19: Und jede Gemeinde hatte ihre ganz eigene Geschichte, ihre auch ihren eigenen Lehrer und ihrer eigenen Konflikte.
00:02:49: minderwertig und von der eigentlichen Gottheit abgetrennt.
00:02:54: Das Heil liegt nicht in einer Gemeinschaft, sondern in der Überlieferung, in Erkenntnis, in Gnoßes – Geheimes Wissen!
00:03:02: Und wer dieses Wissen hat?
00:03:04: Der ist aus einem ganz anderen Stoff gemacht als alle anderen.
00:03:09: Für das Christentum waren die Gnostiger kein Randphänomen, sondern sie waren wirklich eine existenzielle Bedrohung Und die kam eben nicht von außen, sondern von innen.
00:03:22: Irenaeus von Lyon hat das verstanden.
00:03:24: er kam aus Smyrna war ein Schüler des Polycarps der wiederum laut Überlieferung ein direkter Schüler des Apostels Johannes war.
00:03:34: also er kannte diese Linie er kannten die apostolische Linie und er wusste wenn diese Linien reißt verliert die Kirche ihren Anker.
00:03:45: Und wenn man Irenaeus von Lyon liest, ist es wirklich nahezu entwaffnend und genial wie einfach seine Antwort war.
00:03:53: Eben kein Geheimwissen auch keine Säkularisierung – ehrlich gesagt doch nicht unbedingt ein synodaler Weg!
00:04:01: Auch keine Sonderoffenbarung sondern seine Erkenntnis vor.
00:04:05: relativ schlicht formuliert schaut auf die Linie.
00:04:10: Wer hat euch gelehrt?
00:04:12: Von wem hat euer Lehrer empfangen?
00:04:14: Und der davor.
00:04:17: Irenaeus hat in seinem Werk gegen die Heresien buchstäblich Bischofs-Listen aufgestellt und nicht als Machtdemonstration, sondern als Wahrheitsbeweis dieser apostolischen Sukzession.
00:04:32: Und dann schreibt er etwas – das hat mich damals beim Lesen sofort innehalten lassen!
00:04:37: Er schreibt sinngemäß «die Kirche, obwohl über die ganze Welt verstreut bewahrt den Glauben als wohnte sie in einem einzigen Haus.
00:04:50: Sie glaubt, als hätte sie eine einzige Seele!
00:04:54: Die Kirchen in Germanien haben keinen anderen Glauben empfangen als jene in Spanien im Osten und in Ägypten in Libyen – und das schrieb er um hundertachtzig nach Christus.
00:05:16: Und nicht als Idee, sondern das war damals schon gelebte Realität bereits im zweiten Jahrhundert.
00:05:24: Irenaeus konnte sicher nicht ahnen dass dieser Satz eineinthausend achthundert Jahre später über zweihundert Länder gelten würde von Südkorea bis Kamerun sowohl für Brasilien und Polen für die Philippinen und für Österreich.
00:05:39: Ich möchte das ganz kurz nochmal ja an der Stelle innehalten weil ich glaube dass wir uns wirklich daran gewöhnt haben Und das ist doch schade.
00:05:50: Ich mein, in Lagos, in Manila, Sao Paulo, Wien und Tokio findet doch heute dieselbe Wandlungsstadt mit denselben Worten den selben Gesten demselben Anspruch ein Bauer im Peru eine Professorin in Paris.
00:06:10: wir bekennen alle denselbe glauben Und nicht weil es ihnen befohlen wurde, sondern weil der Faden zu denselben Aposteln zurückführt.
00:06:19: Kein Konzern hat das überlebt – kein Imperium!
00:06:23: Keine Philosophiensysteme keine Ideologie.
00:06:28: Die Philosophie Platons wird heute in Universitäten studiert.
00:06:32: Ja aber lebt jemand nach ihr?
00:06:36: Die römische Verwaltung super beeindruckend Aber sie ist Geschichte Und die Kirche, sie feiert immer noch Eucharistie und ich finde das ist keine Selbstverständlichkeit.
00:06:49: Für mich ist es im Sinne von Paulus ein Skandalon – im ursprünglichen Sinne!
00:06:54: Es ist ein Stolperstein für jede rein weltliche Erklärung.
00:07:00: Und gleichzeitig wenn man hinschaut, ist es doch eine der erstaunlichsten Tatsachen der Menschheitsgeschichte.
00:07:07: Das Christentum ist mit zwei Komma fünf Milliarden Menschen die größte Weltreligion.
00:07:12: Allein die katholische Kirche hat µm Mitglieder.
00:07:17: Das ist die größte einheitlich organisierte Glaubensgemeinschaft der Welt und sie wächst weiter in Afrika, in Lateinamerika, in Asien, in Amerika – nicht in Europa!
00:07:34: Und jetzt kommt natürlich die unbequeme Frage und ich stelle Sie weil ich es mir ja auch selber stelle wenn diese Kirche wirklich eine Was macht sie mit der Tatsache, dass eine Messe in Lagos völlig anders klingt als im München?
00:07:51: Dass Katholiken in Brasilien tanzen und singen, während in Bayern Stille herrscht.
00:07:57: Dass der globale Süden heute das Zentrum des katholischen Wachstums ist, werden Europa schrumpft!
00:08:04: Und ich möchte es noch schärfer formulieren – afrikanische Bischöfe und deutsche Theologen streiten über Grundsatzfragen und diese Spannungen sind ja real.
00:08:15: Irenaeus hat das selbst erlebt.
00:08:17: Mit Ende des zweiten Jahrhunderts wollte Papst Victor die Kirchenkleinasiens exkommunizieren, weil sie zu Ostern zu einem anderen Datum feierten.
00:08:27: Irenaeus hat interminiert – er sagte sinngemäß «die Verschiedenheit der Praxis besteht seit den Aposteln und sie widerspricht nicht der Einheit sondern sie beweist die Weite der Einheiten».
00:08:40: Einheit bedeutet Nicht-Uniformität sondern sie bedeutet gemeinsames Fundament bei radikaler Verschiedenheit.
00:08:49: Und versteht mich nicht falsch, das ist kein modernes Toleranzkonzept!
00:08:54: Sondern das ist die Weltkirche im Original.
00:08:58: In seinem apostolischen Schreiben vom eighth Dezember twenty-fünfundzwanzig hat Papst Leo der vierzehnte geschrieben von einer Treue die Zukunft schafft.
00:09:08: Er meinte damit das Priestartum, ob ich lese darin auch mehr.
00:09:12: Es ist für mich ein Dokument über den
00:09:14: Faden.".
00:09:16: Leo der Vierzehnte schreibt das treue Zitat zugleich Gnade Gottes und ein ständiger Weg der Umkehr ist nicht Stillstand, Nichtmuseum sondern eine lebendige Kontinuität.
00:09:30: Und dass es für mich Ein Faden der nichts da ist Sondern er trägt gerade weil er sich bewegt.
00:09:39: Und dann zitiert er das Konzil.
00:10:10: als Zeichen der Einheit und der Gemeinschaft, die sie zum Vermint einer versöhnten Welt wird.
00:10:18: Vermint – Sauerteig!
00:10:21: Nicht Macht sondern Wirkung von Innen.
00:10:24: und das sind wir!
00:10:26: Hundertundachtzig nach Christus hat Irenaeus, Germanien, Spanien, Ägypten, Libyen als eine Seele bezeichnet.
00:10:40: die Kirche als Zeichen der Einheit für alle Völker, als ein Vermint einer versönten Welt.
00:10:48: Und für mich zeigt sich darin, der Faden hat sich nicht verändert – er hat sich ausgedehnt!
00:10:56: Und von daher meine ehrliche Antwort als Konvertiten was hält denn dieses Konstrukt zusammen seit zweitausend Jahren?
00:11:05: Durch Kriege, Spaltungen, Skandale, Reformationen, Aufklärung, Schismar.
00:11:10: Zwei Weltkriege, Missbrauchskrisen!
00:11:14: Es ist doch nicht die Perfektion der Menschen, die diesen Faden gehalten haben.
00:11:19: Die Geschichte der Kirche ist ja keine heiligen Geschichte – das wissen wir alles.
00:11:25: Aber das ist für mich gerade als jemand, der von außen kommt der Beweis.
00:11:29: Denn wenn diese Kirche von der Qualität ihrer Menschen abhängen würde…ja seid mir nicht böse dann wäre sie längst
00:11:35: Geschichte.".
00:11:37: Was sie trägt, ist das Fundament unter dem Faden.
00:11:41: Nicht eine Idee!
00:11:43: Nicht eine Institution, sondern eine Person.
00:11:47: Diese Person ist eben nicht Geschichte, sondern sie ist Gegenwart.
00:11:52: Die Kirchen Lagos und die Kirchen Wien glauben dasselbe – und nicht weil es ihnen befohlen wurde, sondern weil sie denselben Grund unter ihren Füßen spüren.
00:12:02: Und das ist für mich gerade als Konvertitin das eigentliche Fundament eben nicht die Institution, sondern die Tatsache dass dieser Faden nicht von Menschen gehalten wird.
00:12:12: Sondern durch sie hindurchgehalten.
00:12:15: und wenn ich Irenaeus von Lyon lese dann merke ich er stellt dieselben Fragen die wir heute stellen wie erkennen wir was wahr ist?
00:12:25: wem vertrauen wir wenn alle stimmen gleichzeitig schreien?
00:12:29: Was verbindet Menschen die nichts gemeinsam haben außer diesem einen Fundament?
00:12:36: Und lasst mich das am Schluss bitte sagen, in einer weltvollen Algorithmen ständigen Echo-Kammern und Meinungsflut.
00:12:43: In einer Welt, in der Zugehörigkeit immer teurer wird!
00:12:48: Vielleicht ist es genau das das Wertvollste was eine über zweitausend Jahre alte Weltkirche anbieten kann.
00:12:56: Einen Faden, der die Welt hält.
00:13:02: In diesem Sinne danke ich euch wieder fürs Zuhören.
00:13:05: Hinterlasst doch gerne in den Kommentaren, wie ihr das seht!
00:13:08: Wie seht ihr die Weltkirche im Wandel der auch geopolitischen, der politischen weltpolitischen Veränderungen?
00:13:15: China?
00:13:16: Ja Kriege also.
00:13:18: wir wissen alle wovon ich rede.
00:13:20: Hinter lasst doch gern in den Kommentare wie ihr die Veränderung in der WeltkIRCHE wahrnehmt.
00:13:26: Ich möchte nur daran erinnern, Papst Franziskus ist nach Kassastan gefahren.
00:13:30: Da gibt es noch nicht mal Katholiken oder jetzt Papst Leo ist nach Afrika gefahren.
00:13:37: also es ist offensichtlich Europa ist nicht mehr das Zentrum dieser katholischen Ausrichtung ist auch nicht mehr im Zentrum der Weltkirche.
00:13:46: ja was bedeutet das für uns?
00:13:50: Und hinterlasst doch gerne in den Kommentaren, wie ihr das seht.
00:13:53: Ich freue mich auf euer Feedback und freue mich noch mehr wenn wir uns nächste Woche wieder hören!
00:13:57: In dem Sinne habt eine schöne Zeit und bis dann!
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